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Über die Schönheit des Herbstes, die Umsetzung meiner Neujahrspläne und meine große Liebe zur Ordnung.
Montag, 24. Oktober 2016 | Cathy Heller
Ein Kranz aus saisonalem Blattwerk in herbstlichen Farbtönen garantiert einen warmen Empfang.

Ein Kranz aus saisonalem Blattwerk in herbstlichen Farbtönen garantiert einen warmen Empfang.

Die Zeit verfliegt wie im Flug, mir scheint, dass dieses Phänomen mit zunehmendem Alter immer stärker zutrifft. Ich erinnere mich an meinen hoffnungsfrohen Blog Anfang des Jahres über Rose Quartz und Serenity Blue und meine Pläne, etwas mehr rosarot und himmelblau in unseren Wintergarten zu holen.

Nicht dass ich nicht ganzjährig den Großteil meiner Zeit zu Hause im Wintergarten verbringen würde, jetzt im Herbst, wenn es draußen zu kühl ist, um den Kaffee oder Tee auf der Terrasse einzunehmen, ist er aber besonders einladend. Man fühlt sich mitten in der Natur, hat es aber kuschelig warm.

Noch sind die Pflanzen rosatönig, der Himmel zeigt sich noch blau, aber viele unter uns fürchten die grauen Tage, die sich in unseren Breiten bald verdichten werden.

Ich – und ich weiß, dass ich jetzt scheinbar etwas thematisch abschweife – bin ein sehr ordnungsliebender Mensch. Meine Freundin hat mir vor ein paar Tagen einen netten Blog geschickt, indem eine Frau erklärt, warum sie jetzt als erwachsene Frau zunehmend mehr versteht, warum ihre Mutter seinerzeit, als die Autorin noch Kind war, bis spät nachts die Küche aufräumte, anstatt den Geschirrberg auf den nächsten frisch ausgeruhten Morgen warten zu lassen. Das Gefühl, morgens eine saubere und ordentliche Küche zu betreten, erwirkt ein auch innerlich aufgeräumtes Gefühl. Meine Freundin übrigens, ich weiß das, weil sie es mir vor einiger Zeit erzählt hat, räumt auch nach einem anstrengenden, wenn auch netten Abend mit Gästen ihre Küche auf. Sie hat dieses Verhalten ebenfalls als Kind an ihrer Mutter beobachtet, reflektiert und übernommen.

Diese Geschichte, diese persönlichen Erfahrungen der Schreibenden, hat und haben mich angeregt, einerseits über Ordnungsliebe und andererseits den Herbst nachzudenken.

Ich liebe den Herbst: Die Farbexplosion der Natur, die vergleichsweise frischere Luft als im Sommer, das Zusammenrücken der Familien in ihren Häusern und Wohnungen sowie die Fülle der reifen Früchte, die nach ihrer Verarbeitung zu leckeren Speisen, die Räume in köstliche Duftwolken tauchen.

Die Tapete Quintessence aus der Kollektion Standing Ovations von Harlequin zeigt in Paneelen von 144 x 300cm übergroße Fruchtstände, Artischoken, Feigen, Granatäpfel und andere exotische Früchte.

Die Tapete Quintessence aus der Kollektion Standing Ovations von Harlequin zeigt in Paneelen von 144 x 300cm übergroße Fruchtstände, Artischocken, Feigen, Granatäpfel und andere exotische Früchte.

Für die Herbstmonate dekorierter Kamin für gemütliche Abende.

Für die Herbstmonate dekorierter Kamin für gemütliche Abende.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Jahreszeiten Frühling und Herbst wurden in meiner Kindheit gerne als Übergangszeiten bezeichnet. Für die Winterjacke zu warm, für das leichte Strickwesterl zu kühl oder eben umgekehrt brach man zum Erwerb von einer Übergangsjacke auf. In diesen beiden Saisonen befinden wir uns im Aufbruch. Im Falle des Herbstes nicht unbedingt ein positiv besetzter Umbruch für manche. Während der Frühling Vorfreude auf die zu erwartende Wärme macht, lässt der Winter viele Menschen das fernbleiben der Sonnentage und das Hereinbrechen des Nebelgraus fürchten.

All jenen voran steht mein geliebter Papa, der seiner Abscheu gegenüber der kalten Jahreszeit damit begegnet, dass er zum Beispiel Anfang Oktober Tulpenzwiebel – vorzugsweise rote – kauft, sie uns präsentiert und dazu solche Worte verliert: „Jetzt, wo der Frühling kommt, habe ich ein paar Farbtupfer für den Garten gekauft.“ Die totale Leugnung der Wintermonate hilft sichtlich seinem Gemütszustand. Meiner Mama wiederum, die recht gern auf Schnee bedeckte Wiesen schaut, verursachen derlei Aktionen eher Panikattacken, nicht weil mein Vater den Winter negiert, sondern vielmehr deshalb, weil sie sich als Vollziehende seiner Absichten sieht, nämlich als jene, die die Zwiebeln tatsächlich unter die Erde bringen muss.

Ich teile dieses Gefühl, den Winter zu fürchten, nicht. Ich kann es nachvollziehen, glaube, dass es gewisse angeborene oder anerzogene Vorlieben gibt, die Einen bevorzugen gelb, die anderen blaugrau, aber jeder und jede kann und sollte versuchen, das Beste aus der kommenden Jahreszeit zu machen. Auch sein Seelenleben kann man bewusst beeinflussen, man kann es ordnen.

Der Herbst bringt viel Arbeit mit sich. Die Gartenmöbel wollen eingelagert werden, die Rosen warm angezogen, Unmengen abfallenden Laubes sollen in Biotonnen bezwungen werden, die Hecken ächzen nach Schnitt, die Eingangstüren wollen mit Kränzen behübscht und diverse Fruchtstände als winterüberdauernde Deko geschnitten und ins Haus geholt werden. Diese Arbeiten sind anstrengend, aber auch therapeutisch. Man räumt auf, man bereitet sich vor.

Wer in einer Wohnung ohne Garten oder Balkon lebt, holt sich auch gern ein paar Kastanien, Minikürbisse oder anderen herbstliche Zierrat herein, kauft vielleicht einen Tee, der nach Zimt und Nelken riecht oder bäckt einen duftenden Apfelkuchen.

Mit entsprechenden Zierkissen, der passenden Tischwäsche, Lampen, die warmes, wohliges Licht erzeugen und natürlich den passenden Tapeten und Vorhängen, kann man das Ambiente winterfest machen. Ein gemütliches Zuhause ist der Schlüssel zum Wohlbefinden das ganze Jahr über, aber ganz besonders, wenn man mehr drinnen als draußen ist.

Das Gleiche gilt übrigens für den Arbeitsplatz: Sei es ein Büro, eine Ordination oder auch eine Kanzlei – mit der entsprechenden Ausstattung sind Ankommen, Verweilen und das Arbeiten selbst viel positiver. „Besenrein“ nach Übergabe durch den Bauträger mit glatten Böden und blütenweißen Wänden und vielleicht noch ein paar funktionalen Rollos mag zwar ausreichend funktional, aber noch lange nicht gelungen sein. Ein Farbschema für die Wände, gekonnte Pflanzeninstallationen, Akustik verbessernde Textilien und über die reine Beleuchtung hinausgehende Stimmungslichter verändern eine Location von tadellos zu ausgezeichnet.

Herbstinstallation von Ebb&Flow. Die wunderbaren Lampen des dänischen Labels will ich in der Einrichtung nicht mehr missen.

Herbstinstallation von Ebb&Flow. Die wunderbaren Lampen des dänischen Labels will ich in der Einrichtung nicht mehr missen. Die farbigen Glasschirme tauchen jeden Raum ins rechte Licht.

Im September sind wieder jede Menge neue Kollektionen, seien es Stoffe oder Tapeten, ganz neu auch eine Wandfarbenlinie von Sanderson mit wunderbaren angesagten Tönen auf den Markt und somit auch einiges Neues in unser Sortiment gekommen. Damit lässt sich in den kommenden Monaten viel Spannendes und Modernes gestalten.

Als Jüdin hat für mich gerade ein neues Jahr begonnen, genauer gesagt 5777. Der jüdische Kalender geht nach dem Mond, daher fallen unsere Feiertage im allgemein verwendeten Gregorianischen Kalender, der ein Sonnenkalender ist, immer anders. Da das vergangene jüdische Jahr ein Schaltjahr gewesen ist, fallen die Feiertage heuer besonders spät, wodurch das neue Jahr nicht wie üblich im September begonnen hat, sondern erst am 3.Oktober.

Dieses neue Jahr, das, wie wir hoffen, ein süßes und gutes werden soll, hat für mich die Umsetzung meiner Neujahrsvorsätze vom Jänner gebracht, an denen ich euch und Sie, werte Leserschaft, liebe Kundinnen und Kunden, in meinem damaligen Blog habe Anteil nehmen lassen. Kurz vor dem jährlich wiederkehrenden, von mir sehr positiv empfundenen Stress zu den hohen jüdischen Feiertagen (Kochen, Backen, Dekorieren) Anfang des Herbstes, erstrahlte unser Wintergarten in neuem Glanz, der Rose Quartz, Serenity Blue, Meerestöne wie kräftiges Türkis sowie zartes Fenchelgrün mit sich brachte.

Stühle nach Überholung in Amazilia Velvets von Harlequin, Tapete Bird&Pomegranate von Morris&Co

Stühle nach Überholung in Amazilia Velvets von Harlequin,
Tapete Bird&Pomegranate von Morris&Co

Stühle vor Überholung in "Fruits", Tapete Willow Bough, beides von Morris&Co

Stühle vor Überholung in „Fruits“, Tapete Willow Bough, beides von Morris&Co

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Wenn ich mir die „Vorher“ Fotos ansehe, gefallen sie mir nach wie vor. Den Anstoß für das neue Kleid entsprang vielmehr aus dem Bedürfnis einer Veränderung, eines „Tapetenwechsels“, nur nicht im sprichwörtlichen, sondern im eigentlichen Sinn.

Wintergarten in neuem Farbkleid

Wintergarten in neuem Farbkleid.

Wintergarten wie wir in jahrelang liebten.

Wintergarten wie wir ihn jahrelang liebten.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Mit dem neuen Konzept gehen natürlich auch andere Wandel einher. Ändern sich Farben und Muster, wollen auch die Accessoires angepasst werden. Jetzt bekommen andere Keramiken, die bisher ihr Dasein großteils in Schränken fristeten, ihre Chance und erhalten meinen Vorzug. Schon während unseres heurigen Sommerurlaubs konnte ich an einschlägigen Geschäften nicht vorbeigehen und habe das ein oder andere Fundstück in Vorausschau mitgebracht.

Unser Kater Ginger vor dem jüngsten Zuwachs meiner Granatapfelsammlung.

Unser Kater Ginger vor dem jüngsten Zuwachs meiner Granatapfelsammlung.

Handgedrehte und handbemalte Keramik von armenischen Künstlern in Jerusalem: Symbiotisch mit dem neuen Wintergarten.

Handgedrehte und handbemalte Keramik von armenischen Künstlern in Jerusalem: Symbiotisch mit dem neuen Wintergarten.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Ohne die Optik meines bisherigen Kraftplatzes Wintergarten abwerten zu wollen, kann ich sagen, der aufgefrischte farbenfrohe Look hebt mein Gemüt, auch das meiner Tochter, die der kalten Jahreszeit im Allgemeinen so viel abgewinnen kann wie ihr Tulpen liebender Großpapa. So räume ich weiter vor mich hin, denn das machen ja Ordnungsliebhaber zumeist, und freue mich, dass die Umsetzung so viel positive Energie mit sich gebracht hat.

Dabei hat Morris & Co mit seiner brandneuen, bahnbrechenden und Stil setzenden Kollektion Pure Morris einen neuen Trend eingeleitet. Monochrom ist zweifelsfrei „state of the art“. Aber darüber berichte ich ausführlich in meinem nächsten Blog.

Bis dahin wünsche ich einen gemütlichen, ruhigen und friedvollen Herbst.

 



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